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Namasté

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Donnerstag, 3. Juni 2010

Die Meditation für den Tag: Die Mitte finden

Wo immer du bist, finde deine Mitte, werde wacher, lebe bewusster. Es gibt sonst kein Ziel zu erreichen. Alles, was geschehen muss, muss in dir geschehen und liegt in deiner Hand. Du bist keine Marionette, deine Fäden zieht kein anderer, nur du. Du bist ein absolut freies Individuum. Wenn du dich entscheidest, in deinen Illusionen zu bleiben, kannst du das noch viele Leben lang tun. Wenn du dich entscheidest, von ihnen frei zu sein, ist ein einziger Moment der Entscheidung genug. Du kannst von allen Illusionen frei sein – genau in diesem Moment.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Die wundersame Bettelschale

Ein Bettler sprach einmal einen König an. Es war früh am Morgen, und der König begab sich gerade auf einen Morgenspaziergang in seinem wunderschönen Park; ansonsten wäre es für den Bettler schwierig gewesen den König zu treffen. Aber nun war gerade niemand da, um den Bettler zu verjagen. „Was begehrst du?“ fragte der König. Der Bettler sagte: „Bevor du mich das fragst, überlege es dir gut.“

Der König war noch nie einem solchen Menschen begegnet – er war wie ein Löwe! Der König hatte viele Siege errungen und klar demonstriert, dass niemand mächtiger als er ist, und dieser Bettler wagte es tatsächlich, ihm zu sagen: „Überlege dir gut, was du sagst, denn es kann sein, dass du es nicht erfüllen kannst.“

Der König sagte: „Keine Sorge, das ist meine Sache. Begehre, was du willst, und es wird geschehen.“ Der Bettler sagte: „Siehst du meine Bettelschale? Ich möchte, dass sie gefüllt wird. Es spielt keine Rolle, womit – die einzige Bedingung ist, dass sie gefüllt wird. Sie sollte voll sein. Du kannst immer noch Nein sagen. Wenn du aber Ja sagst, riskierst du viel.“

Der König lachte. Nur die Schale eines Bettlers… Und dieser warnte ihn auch noch? Er rief seinen Großwesir und ließ ihn die Bettelschale mit Diamanten füllen, damit dieser Bettler wusste, mit wem er es zu tun hatte.

Der Bettler sagte noch einmal: „Überleg es dir gut.“ Und schon bald wurde klar, dass der Bettler Recht gehabt hatte, denn in dem Moment, als die Diamanten in die Bettelschale geschüttet wurden, verschwanden sie einfach.

Es sprach sich mit Windeseile in der ganzen Stadt herum, und Tausende von Leuten kamen um zuzuschauen. Als alle Edelsteine fort waren, sage der König: „Bringt das ganze Gold und Silber herbei, alles! Mein ganzes Reich, mein ganzer Ruf steht auf dem Spiel!“ Doch am Abend war alles verschwunden. Nur zwei Bettler blieben übrig – einer von ihnen war einmal der König gewesen.

Der König sagte: „Bevor ich mich bei dir entschuldige, dass ich auf deine Warnungen nicht gehört habe, verrate mir bitte das Geheimnis dieser Bettelschale.“ Der Bettler sagte: „Es gibt kein Geheimnis. Ich habe sie poliert, damit sie wie eine Schale aussieht, aber es ist die Schädelschale eines Menschen. Du kannst den Kopf ständig mit allem Möglichem füllen, und es verschwindet.“

Die Geschichte ist sehr bedeutungsvoll. Hast du jemals über deine eigene Bettelschale nachgedacht? Alles verschwindet – Macht, Prestige, Ansehen, Reichtümer. Alles verschwindet, aber deine Bettelschale öffnet immer wieder ihren Rachen und will mehr. Und durch das „Mehr“ wirst du immer wieder abgelenkt von dem, was ist. Begehren und Sehnsucht nach etwas anderem bringt dich weg von diesem Augenblick.

Es gibt nur zwei Arten von Menschen auf der Welt: Die Mehrheit läuft Schatten hinterher. Sie behalten ihre Bettelschale, bis sie sie ins Grab mitnehmen. Und eine sehr kleine Minderheit, vielleicht einer unter Millionen, hört auf zu rennen, lässt alle Wünsche los und begehrt nichts mehr. Und dieser Mensch findet plötzlich alles in sich selbst.

Dienstag, 1. Juni 2010

HerZEN

Die Innere Stimme

Wenn du deine Wahrheit in dir selbst gefunden hast, gibt es für dich in der ganzen Existenz nichts mehr zu finden. Die Wahrheit wirkt durch dich. Wenn du die Augen öffnest, öffnet die Wahrheit ihre Augen. Wenn du die Augen schließt, schließt die Wahrheit die Augen.Das ist eine großartige Meditation. Wenn du diese Technik verstehst, brauchst du nichts zu tun. Alles, was du tust, ist Wahrheit. Du gehst, und es ist die Wahrheit. Du schläfst, und die Wahrheit ruht. Du sprichst, und die Wahrheit spricht. Du bist still, und die Wahrheit ist still.Das ist eine der einfachsten Meditationstechniken. Ganz allmählich reduziert sich alles auf diese einfache Formel. Dann brauchst du keine Technik mehr.Bist du einmal geheilt, wirfst du die Meditation fort, wirfst du die Medizin weg. Dann lebst du die Wahrheit – lebendig, strahlend, zufrieden, glücklich; wie ein Lied, das du dir selbst singst. Dein ganzes Leben wird zum Gebet ohne Worte; besser gesagt: es wird zur Andächtigkeit, zur Anmut und Schönheit, die nicht von dieser Welt sind, zum Lichtstrahl, der aus dem Jenseits in die Dunkelheit der Welt dringt.
Osho The Great Zen Master Ta Hui Chapter 23

Montag, 31. Mai 2010

HerZen

Der Narr

Ein Narr ist einer, der immerzu vertraut. Ein Narr ist einer, der trotz all seiner Erfahrungen weiter vertraut. Du betrügst ihn, und er vertraut dir; du betrügst ihn noch einmal, und er vertraut dir. Nun sagst du: Er ist ein Narr; er lernt es nie. Sein Vertrauen ist unerschöpflich; sein Vertrauen ist so rein, daβ niemand es zerstören kann.

Sei ein Narr im Sinne des Tao, im Sinne des Zen. Versuche nicht, dich mit einer Mauer von Wissen zu umgeben. Egal, welche Erfahrungen auf dich zukommen, laβ sie geschehen, und dann laβ sie immer wieder los. Reinige deinen Geist ständig; laβ die Vergangenheit immer wieder sterben, damit du in der Gegenwart – hier und jetzt – bleibst wie ein neugeborenes Baby.

Am Anfang ist es sehr schwer. Die Welt wird dich übervorteilen – laβ sie gewahren. Es sind arme Kerle. Auch wenn du betrogen, übervorteilt und ausgeraubt wirst, laβ es gschehen, denn das was wirklich dir gehört, kann dir nicht geraubt werden; was wirklich deins ist, kann dir keiner stehlen.

Und jedesmal, wenn du dich nicht von den Umständen verderben läβt, ist es eine Gelegenheit, dich innerlich zu integrieren. Deine Seele kristallisiert sich immer mehr.
Osho Dang Dang Doko Dang Chapître 2

Sonntag, 30. Mai 2010

Die neue Vision

Wenn du dich dem Höchsten öffnest, wirst du sogleich davon überflutet. Dann bist du kein normaler Mensch mehr – du bist darüber hinausgegangen. Deine Einsicht ist zur Einsicht der ganzen Existenz geworden. Du bist nicht mehr getrennt, du hast deine Wurzeln gefunden. Normalerweise kennt man seine Wurzeln nicht; weiß nicht, woher das Herz Energie bekommt, wer da ununterbrochen in einem atmet, kennt nicht den Saft des Lebens, der einen durchströmt.Es ist nicht der Körper, es ist nicht der Geist – es ist etwas, was jenseits aller Dualität ist. Es heißt Bhagavat – "das Bhagavat in zehn Richtungen …" Wenn sich dein inneres Wesen öffnet, erfährst du zunächst zwei Richtungen: Höhe und Tiefe. Und wenn du dich in diesem Zustand allmählich auf festerem Boden fühlst, beginnst du dich umzuschauen und in alle anderen acht Richtungen auszubreiten.Und wenn du den Punkt erreicht hast, wo sich deine Höhe und deine Tiefe begegnen, dann kannst du dich wieder umschauen und bis an die Grenzen des Universums blicken Dann entfaltet sich dein Bewußtsein in alle zehn Richtungen; doch der Weg bleibt immer derselbe.
Osho Zen: The Diamond Thunderbolt Chapter 9