...aus rechtlichen Gründen!

Alles im Bog ist nur für den persönlichen, unkommerziellen Gebrauch bestimmt!
Das "Tagebuch" wurde u.a. mit den Kartensets von www.osho.com durchlebt!

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Namasté

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Sonntag, 18. Juli 2010

Geduld

Wir haben vergessen, wie man wartet. Es ist uns fast verloren gegangen. Und es ist eine unserer wertvollsten Fähigkeiten, auf den richtigen Moment zu warten. Die ganze Existenz wartet auf den richtigen Moment. Selbst die Bäume wissen, wann es Zeit ist zu blühen, wann es Zeit ist, alle Blätter fallen zu lassen und sich nackt dem Himmel entgegen zu recken. Sie sind immer noch schön in ihrer Nacktheit, wie sie mit großem Vertrauen auf die neuen Blätter warten; die alten sind weg, und die neuen werden schon kommen. Neue Blätter werden wachsen. Wir haben vergessen zu warten; wir wollen alles sofort haben. Das ist ein großer Verlust für die Menschheit. Wenn du still wartest, wächst etwas in dir – dein authentisches Sein. Eines Tages springt es hervor und wird zur Flamme, und deine ganze Persönlichkeit zerbricht. Du bist ein neuer Mensch. Und dieser neue Mensch kennt sich aus, er weiß um die ewigen Lebenssäfte.
Osho Zen: The Diamond Thunderbolt Chapter 10

Samstag, 17. Juli 2010

Augenblick zu Augenblick

Die Vergangenheit ist nicht mehr da, die Zukunft ist noch nicht da: beide bewegen sich sinnlos in Richtungen, die es nicht gibt. Die eine gab es einmal, aber jetzt nicht mehr; die andere hat noch nicht einmal zu existieren begonnen. Nur ein Mensch, der von Augenblick zu Augenblick lebt, dessen Pfeil auf diesen Moment gerichtet ist, der immer hier und jetzt ist, ist ein richtiger Mensch. Sein ganzes Bewußtsein, sein ganzes Sein ist mit der Realität des Hier und des Jetzt beschäftigt, egal wo er ist. Das ist die einzig wahre Richtung. Nur ein solcher Mensch kann durch die goldene Pforte treten.Die Gegenwart ist die goldene Pforte.Hier-Jetzt ist die goldene Pforte.…Und du kannst nur dann in der Gegenwart sein, wenn du nicht ehrgeizig bist – kein Ziel, kein Wunsch nach Macht, Geld, Prestige oder gar Erleuchtung, denn jeglicher Ehrgeiz führt dich in die Zukunft. Nur ein Mensch, der nicht ehrgeizig ist, kann in der Gegenwart bleiben.Und wer in der Gegenwart leben will, braucht nicht zu denken, braucht nur zu schauen und durch die Pforte treten. Die Erfahrung wird kommen, aber man braucht nicht im Voraus darüber zu meditieren.
Osho The Great Zen Master Ta Hui Chapter 37

Freitag, 16. Juli 2010

Meditation für den Tag: No-Mind

Der Zustand des No-Mind ist der Zustand des Göttlichen. Gott ist kein Gedanke, sondern das Erleben von Gedankenlosigkeit. Er ist nicht Inhalt des Verstandes; er entspricht der Explosion, die sich ereignet, wenn der Verstand inhaltsleer ist. Er ist kein Objekt, das du sehen kannst; er ist vielmehr die eigentliche Fähigkeit, zu sehen. Er ist nicht das geschaute Objekt, sondern der Betrachter selbst. Es sind nicht die sich am Himmel auftürmenden Wolken, es ist der wolkenlose Himmel. Es ist genau dieser leere Himmel.


Das Höchste und das Unaussprechliche

Wenn das Bewusstsein nicht mit einem äußeren Objekt befasst ist, wenn es nichts zu sehen gibt, nichts zu denken, wenn ringsum nur Leere herrscht, dann fällt man in sich selbst hinein. Es gibt keinen Ort, an den man gehen müsste – man entspannt sich in seine eigene Quelle hinein, und diese Quelle ist Gott. Dein inneres Sein ist nichts anderes als ein innerer Himmel. Der Himmel ist leer, doch in diesem leeren Himmel ist alles enthalten - die gesamte Existenz, die Sonne, der Mond, die Sterne, die Erde, die Planeten. Es ist der leere Himmel, der für alles Raum hat, was existiert. Es ist der leere Himmel, der den Hintergrund bildet für alles, was existiert. Dinge kommen und gehen, doch der Himmel bleibt immer gleich.
Genau so verhält es sich mit eurem inneren Himmel; auch er ist leer. Wolken kommen und gehen, Planeten werden geboren und sterben, Sterne steigen auf und gehen wieder unter, und der innere Himmel bleibt immer gleich, unberührt, ungetrübt, unverletzt. Wir nennen diesen inneren Himmel sakshin, den Zeugen – und das ist das eigentliche Ziel von Meditation.
Gehe nach innen, genieße den inneren Himmel. Sei dir bewusst, dass alles, was du siehst, nicht du bist. Du kannst Gedanken sehen, aber du bist nicht diese Gedanken; du kannst deine Gefühle sehen, aber du bist nicht diese Gefühle; du kannst deine Träume sehen, deine Wünsche, Erinnerungen, Vorstellungen, Projektionen, doch all das bist du nicht. Lass alles, was du siehst, vorüberziehen. Dann wird eines Tages der grossartige Augenblick kommen, der bedeutsamste Augenblick deines Lebens, wenn nichts übrig bleibt, was man eliminieren könnte. Alles Geschaute hat sich aufgelöst und es gibt nur noch den, der schaut. Dieser Betrachter ist der leere Himmel.
Dies zu wissen, heißt ohne Angst zu sein. Dies zu wissen, heißt voller Liebe zu sein. Dies zu wissen, heißt Gott zu sein, unsterblich zu sein.

Es ist unmöglich, den Himmel zu beschmutzen, ihn zu beeindrucken, Spuren auf ihm zu hinterlassen.Wir können Linien aufs Wasser malen, aber in dem Moment, wo sie entstehen, sind sie auch schon wieder verschwunden. Malt man sie hingegen auf Stein, überdauern sie Tausende von Jahren. Es ist unmöglich, Linien auf den Himmel zu malen, weshalb sich auch die Frage ihres Verschwinden erübrigt. Bitte macht euch diesen Unterschied klar. Es ist unmöglich, Linien auf den Himmel zu malen – ich mag zwar mit meinem Finger auf dem Himmel umherfahren, der Finger bewegt sich entlang, aber er hinterlässt keine Linie, weshalb sich die Frage des Verschwindens der Linien erst gar nicht stellt.
An dem Tag, an dem man über seinen Verstand hinausgeht, an dem das Bewusstsein den Verstand transzendiert, macht dieser Mensch die Erfahrung, dass – genau wie der Himmel – auch die Seele frei von Zeichen oder Linien ist. Sie ist für immer rein, für immer erleuchtet, sie ist noch niemals beschmutzt worden.(osho)

Donnerstag, 15. Juli 2010

Gemächlichkeit

Meditation ist eine Art Medizin – sie ist nur zum vorübergehenden Gebrauch. Wenn du ihre Eigenschaften gelernt hast, brauchst du Meditationen nicht mehr zu machen. Dann breitet sich Meditation in deinem Leben aus.Gehen ist Zen, Sitzen ist Zen.Was sind denn die Eigenschaften? Aufmerksam, wach, fröhlich, unmotiviert, in seiner Mitte, liebevoll und fließend – so geht man. Und das Gehen ist ein Schlendern. Liebevoll, wach und aufmerksam sitzt man, ohne Motiv. Man sitzt nicht zu einem bestimmten Zweck; man genießt einfach, wie schön es ist zu sitzen, ohne etwas zu tun, so entspannend, so ruhig! Nach einem langen Spaziergang sitzt du unter einem Baum, und es kommt eine kühle Brise. Jeden Moment kann man mit sich selbst im Reinen sein – ohne den Versuch, sich zu verbessern, ohne an sich arbeiten zu müssen, ohne etwas üben zu müssen.Gehen ist Zen, Sitzen ist Zen,Beim Sprechen oder Schweigen, beim Gehen oder StehenDie Essenz ist gelassen.Die Essenz ist gelassen: Das ist das Schlüsselwort, das ist der Kernsatz. Tu, was du tust; im innersten Kern bleibst du jedoch gelassen, entspannt, ruhig, zentriert.
Osho The Sun Rises in the Evening Chapter 7

Mittwoch, 14. Juli 2010

Konditionierung

Solange du deine Persönlichkeit nicht aufgibst, kannst du deine Individualität nicht finden. Individualität wird dir von der Existenz geschenkt, die Persönlichkeit wird dir von der Gesellschaft aufgezwungen. Die Persönlichkeit ist gesellschaftlich angepaßt.Die Gesellschaft kann Individualität nicht dulden, denn Individualität kann nicht wie ein Schaf folgen. Individualität ist die Eigenschaft des Löwen; der Löwe geht seinen Weg allein.Schafe bewegen sich stets in der Herde, in der Hoffnung, daß ihnen die Herde Geborgenheit gibt. In der Herde fühlt man sich eher beschützt und sicher. In der Herde besteht jede Möglichkeit, einem möglichen Angreifer zu entkommen. Aber allein? Nur Löwen bleiben allein.Ihr alle werdet als Löwen geboren, aber die Gesellschaft konditioniert euch, programmiert euch zu Schafen. Sie gibt euch eine Persönlichkeit, eine behagliche, nette, angepaßte und sehr gehorsame Persönlichkeit. Die Gesellschaft will Sklaven, keine Menschen, die sich absolut der Freiheit verschrieben haben. Die Gesellschaft will Sklaven, weil nur Gehorsam den Mächtigen Profite bringt.
Osho One Seed Makes the Whole Earth Green Chapter 4

Dienstag, 13. Juli 2010

Fülle

Im Osten hat man den Körper verdammt, hat man das Materielle verdammt, hat die Materie als "Illusion", als Maya bezeichnet, die nicht wirklich existiert sondern nur scheinbar existiert; sie ist aus dem Stoff gemacht, aus dem die Träume sind. Man hat die Welt verleugnet, und das ist der Grund, warum der Osten arm, krank und hungrig bleibt.

Die eine Hälfte der Menschheit hat die innere Welt bejaht und die äußere geleugnet. Die andere Hälfte der Menschheit hat die materielle Welt bejaht und die innere Welt geleugnet. Beide sind nur halb, und ein halber Mensch kann niemals zufrieden sein.

Ihr müßt vollständig sein – reich im Körper, reich in der Wissenschaft, reich in der Meditation, reich im Bewußtsein. Nur wer ganz und heil ist, ist auch heilig – so sehe ich es.

Ich möchte, daß Zorba und Buddha zusammentreffen. Zorba allein ist hohl. Sein Tanz ist nicht von Bedeutung für die Ewigkeit. Schon bald wird er seiner müde. Wenn du nicht über die unerschöpflichen Quellen verfügst, die dir der Kosmos selbst zugänglich macht…wenn du nicht existentiell wirst, kannst du nicht ganz und heil werden. Das ist mein Beitrag zur Menschheit – der ganzheitliche Mensch.
Osho Communism and Zen Fire, Zen Wind Chapter 2

Montag, 12. Juli 2010

"frei fliegen!"

Meditation für den Tag: Hoffnung

An der Liebe kannst du dich nur dann wirklich freuen, wenn du die Freude des Alleinseins erfahren hast. Denn nur dann hast du etwas, das du teilen kannst. Ansonsten können zwei Bettler, die sich begegnen und aneinander klammern, niemals zusammen glücklich sein. Sie machen sich gegenseitig unglücklich, weil jeder von ihnen hofft, und umsonst hofft, dass der andere ihn erfüllen wird. Und der andere hofft dasselbe. Sie können einander nicht erfüllen. Sie sind beide blind; sie können einander nicht helfen.
 
Im Dschungel verirrt
 
Ich habe von einem Jäger gehört, der sich im Urwald verirrt hatte. Drei Tage lang konnte er niemanden finden, den er nach dem Weg hätte fragen können. Er geriet immer mehr in Panik – drei Tage ohne Essen, drei Tage in ständiger Angst vor wilden Tieren. Drei Tage lang war er nicht imstande gewesen zu schlafen; er hatte wach auf einem Baum gesessen, aus Angst angegriffen zu werden. Es gab Schlangen, es gab Löwen und andere wilde Tiere.

Am vierten Tage sah er frühmorgens einen Mann unter einem Baum sitzen. Man kann sich seine Freude vorstellen. Er rannte hin, umarmte den Mann und rief: „Was für eine Freude!“ Der andere umarmte ihn auch, und beide waren überglücklich. Dann fragte der eine den anderen: „Warum bist du denn so glücklich?“

Der erste sagte: „Ich hatte mich verirrt und gehofft, einem Menschen zu begegnen.“ Und der andere sagte: „Ich habe mich auch verirrt und hoffte, jemandem zu begegnen. Aber wenn wir uns beide verirrt haben, ist es idiotisch, sich so zu freuen. Jetzt sind wir gemeinsam verirrt.“

Genau das geschieht immer wieder. Du bist einsam; der andere ist einsam – nun trefft ihr euch. Zuerst kommen die Flitterwochen, die Begeisterung, dass ihr euch begegnet seid. Nun seid ihr nicht mehr so einsam. Doch nach drei Tagen – oder wenn ihr intelligent genug seid nach drei Stunden… Es hängt ganz von eurer Intelligenz ab. Wenn man beschränkt ist, dauert es länger, da man noch nichts gelernt hat. Ein intelligenter Mensch merkt es ansonsten gleich nach drei Minuten: „Was wollen wir voneinander? Es wird nicht klappen. Der andere ist ebenso einsam wie ich. Wenn wir nun zusammen leben, treffen zwei Einsamkeiten aufeinander. Zwei Wunden können sich nicht gegenseitig helfen geheilt zu werden.“

Wir gehören alle zusammen. Kein Mensch ist eine Insel. Wir gehören zu einem unsichtbaren, jedoch unendlich großen Kontinent. Unsere Existenz ist grenzenlos. Doch solche Erfahrungen machen nur Menschen, die sich selbst verwirklichen, die eine so große Liebe für sich selbst haben, dass sie die Augen schließen und allein sein können und dabei vollkommen selig sind. Nur darum geht bei Meditation.

Meditation heißt, dein Alleinsein ekstatisch zu genießen. Wenn du mit deinem Alleinsein so glücklich wirst, dann wird dein Glück bald so groß, dass du es nicht mehr bei dir behalten kannst. Es beginnt überzufließen. Und wenn es aus dir überfließt, verwandelt es sich in Liebe.

Durch Meditation kann Liebe geschehen. Und Menschen, die keine Meditation erfahren haben, werden niemals wissen, was Liebe ist. Vielleicht geben sie vor zu lieben, aber sie können es nicht. Sie machen es sich nur vor, denn sie haben nichts zu geben, sie sind nicht am Überfließen. Liebe ist Teilen. Aber bevor du sie teilen kannst, musst du sie haben. Meditation sollte den Vorrang haben.

Meditation ist die Mitte – Liebe umgibt sie. Meditation ist die Flamme – Liebe ist die Ausstrahlung davon. Meditation ist die Blume – Liebe ist ihr Duft.
 (osho)