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Namasté

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Donnerstag, 29. Juli 2010

Zitate von Don Juan

Der Tod schreitet hinter dir und lässt dir nicht die Zeit, dich an etwas zu klammern. Löse dich von allem.
Nicht der Gedanke an das, was dir bevorsteht, sondern die Vorstellung, dass du ein Leben lang das tun musst, was du immer getan hast, sollte dich schaudern machen.
Wenn man nichts zu verlieren hat, wird man mutig. Schwach sind wir nur, solange wir uns noch an etwas klammern können.

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Wende dich nach links und frage deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt, wenn du einen Blick auf ihn werfen kannst oder wenn du einfach das Gefühl hast, dass dein Begleiter da ist und dich beobachtet.
Denk jetzt an deinen Tod. Er steht in Armesweite. Er kann dich jeden Augenblick ereilen; du hast also wirklich keine Zeit für närrische Gedanken und Stimmungen.
Es ist ein eigenartig erfüllendes Glück, wenn wir im vollen Wissen handeln, dass alles, was wir tun, sehr wohl unserer letzte Schlacht auf Erden sein kann.


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In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, da ist keine Zeit für Reue oder Zweifel. Da ist nur Zeit für Entscheidungen.


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Das beste Mittel, um die Schwermut loszuwerden, besteht darin, sich darüber lustig zu machen. Der Eigendünkel ist die treibende Kraft hinter jedem Anfall von Schwermut. Der Krieger hat ein Recht auf seine tiefe Traurigkeit, aber diese Traurigkeit ist nur dazu da, ihn zum Lachen zu bringen.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Meditation für den Tag: Wunschdenken

Der Denker ist mit seinen Gedanken schöpferisch. Das ist eine grundsätzliche Wahrheit, die verstanden werden muss. Alles, was du erlebst, ist deine eigene Schöpfung. Zuerst erschaffst du etwas, dann erfährst du es und dann verstrickst du dich in der Erfahrung, weil dir nicht klar ist, dass der Ursprung von allem in dir selbst ist.
 
 
 Das Gleichnis vom Wunschbaum
 
Einst geriet ein Mann auf seinen Reisen zufällig ins Paradies. In der indischen Vorstellung gibt es im Paradies die Kalpatarus, das sind Bäume, die Wünsche erfüllen. Man sitzt darunter und wünscht sich etwas, und umgehend wird der Wunsch erfüllt – ohne Pause zwischen dem Wunsch und seiner Erfüllung. Du denkst an etwas, und sofort wird es zu einer Sache. Der Gedanke verwirklicht sich von selbst. Diese Kalpatarus stehen symbolisch für unseren Geist. Der Geist ist kreativ, kreativ mit Gedanken.

Der Mann war müde und schlief unter so einem Wunschbaum ein. Als er aufwachte, war er sehr hungrig und sagte zu sich: „Ich wünsche mir, ich könnte von irgendwo Essen herbekommen.“ Und sofort tauchte Essen aus dem Nichts auf – eine köstliche Mahlzeit schwebte durch die Luft zu ihm. Er begann sofort zu essen und als er satt war, kam ihm ein anderer Gedanke: „Wenn ich noch etwas zu trinken bekommen könnte…“ Im Paradies gibt es keine Prohibition, also tauchte sofort eine Flasche mit kostbarem Wein auf.

Während er den Wein trank und im Schatten des Baumes die kühle Brise des Paradieses genoss, begann er sich zu fragen: „Was geschieht mit mir? Träume ich oder gibt es hier Geister, die mir einen Streich spielen?“ Da erschienen Geister – sie sahen schrecklich aus, Furcht erregend und abscheulich. Er begann zu zittern und es kam ihm der Gedanke: „Ich werde bestimmt umgebracht. Diese Leute werden mich töten!“ Und er wurde umgebracht.

Dieses Gleichnis ist ein uraltes Gleichnis von sehr tiefer Bedeutung. In deinem Kopf ist der Wunschbaum. Alles, was du denkst, wird früher oder später in Erfüllung gehen. Manchmal ist der Abstand so groß, dass du völlig vergessen hast, dass du es dir irgendeinmal gewünscht hattest – manchmal dauert es Jahre, manchmal mehrere Leben, so dass du es mit dem Ursprung des Wunsches nicht mehr in Verbindung bringen kannst. Aber wenn du es genau beobachtest, wirst du feststellen, dass alle deine Gedanken dich und dein Leben erschaffen. Sie erschaffen dein Leiden; sie erschaffen deine Freude. Sie erschaffen das Negative und sie erschaffen das Positive. Jeder von uns ist ein Zauberer, der um sich herum eine magische Welt webt und spinnt. Und dann verfängt er sich darin – die Spinne ist in ihrem eigenen Netz gefangen.

Wenn man das einmal begriffen hat, beginnen sich die Dinge zu ändern. Dann kannst du damit spielen. Dann kannst du deine Hölle zum Himmel machen – es geht nur darum, sie mit einer anderen Sichtweise auszumalen. Oder wenn du es so sehr liebst, unglücklich zu sein, kannst du dir so lange du willst dein Unglück erschaffen, nach Herzenslust! Aber dann beklagst du dich nie darüber, denn du weißt, dass es deine eigene Schöpfung ist; es ist das Bild, was du selber gemalt hast. Du kannst keinen anderen dafür verantwortlich machen.

Dann liegt alle Verantwortung bei dir. Und dann taucht eine ganz neue Möglichkeit auf: Du kannst es auch sein lassen, die Welt zu erschaffen; du kannst damit aufhören. Du brauchst dir weder Himmel noch Hölle zu erschaffen; du brauchst überhaupt nichts zu erschaffen. Der Schöpfer kann sich ausruhen; er kann in den Ruhestand gehen. Dieser Ruhestand des Geistes ist Meditation.

 

Dienstag, 27. Juli 2010

Das Nicht-tun des Selbst - Der Weg zur 2. Aufmerksamkeit

Das besondere an diesem Weg ist nicht bestimmte Handlungen auszuführen, sondern gewohnte Handlungen zu unterlassen. Das Nicht-tun basiert auf der Idee, dass, wenn wir ein störendes Element in der Kette des Tuns einbauen, die ganze Kette zusammenbricht und der Weg frei wird für neue Erfahrungen. D.h. diese zusammenhängenden Techniken bewirken, dass unsere festgefahrene Interpretation dieser Welt (unsere Wirklichkeit) aufgehoben wird. Sie gipfeln im "Anhalten des inneren Dialoges", im "Anhalten der Welt", das der Schlüssel zur 2. Aufmerksamkeit ist.
  • Das Nicht-tun der Gewohnheiten: Die meisten alltäglichen Handlungen unterstehen bestimmten Routinen, sodass der überwiegende Teil des Tagesablaufes schon am Morgen feststeht. Durch das bewusste Durchbrechen dieser Gewohnheiten gelangt man zur unverfälschten Erfahrung des Selbst. Man isst beispielsweise nicht um Punkt 12 Uhr, sondern dann wenn man wirklich Hunger hat.
  • Das Nicht-tun der persönlichen Geschichte: Dadurch dass man möglichst wenig von sich selbst preisgibt, erreicht man, dass man nicht einem großen Erwartungsdruck der Mitmenschen gegenübersteht und so sein muss wie einem die Anderen sehen und sehen wollen. In einer Gesellschaft in der man kein fixes Rollenbild einnimmt, kann man sich leichter verändern.
  • Das Nicht-tun der eigenen Wichtigkeit: Das übersteigerte Wichtignehmen der eigenen Person, verstellt uns den neutralen Blick auf die Welt, da wir alles nur auf die eigene Person beziehen. Tolteken verlieren die eigene Wichtigkeit, indem sie beispielsweise mit Pflanzen sprechen und dadurch die eigene Selbstüberschätzung aufgeben müssen, um sich mit Pflanzen auf eine Stufe zu stellen.
  • Das Nicht-tun des Zweifels und der Reue: Das Ausschalten der leidigen Angewohnheit Entscheidungen und Taten im Nachhinein zu bezweifeln oder zu bereuen erfolgt durch das einfache Prinzip das "Verantwortung Übernehmens". Man solle vor der Handlung gründlich nachdenken. Ist die Entscheidung getroffen, bleibt nur noch Zeit zu handeln ohne sich durch Zweifeln und Reue stören zu lassen.
  • Das Nicht-tun der Sorgen: Wie unnütz die alltäglichen Sorgen um Geld, Ansehen, usw. sind,   wird am deutlichsten in Anbetracht unserer Sterblichkeit. Die Tolteken sagen, dass der Tod unser ständiger Begleiter ist. "Wenn du große Sorgen hast, dann wende Dich nach links und frage Deinen Tod um Rat. Viel Belangloses fällt von Dir ab, wenn er antwortet, dass er Dich noch nicht berührt hat und nur seine Berührung zählt." Im Tode sind alle Lebewesen gleichgestellt. 
  • Das Nicht-tun des Glaubens und der Erwartungen: Der Durchschnittsmensch knüpft an Handlungen bestimmte Erwartungen und einen persönlichen Vorteil. Diese Einstellung führt häufig zu Enttäuschungen und Frustration. Indem man immer wieder einfache Handlungen ohne ersichtlichen Sinn übt, kann man sich von dieser notwendigen Bedingung befreihen (z.B. den Gürtel verkehrt herum schnallen, neben dem Bett schlafen,...).
  • Das Nicht-tun des Sprechens: Das Nicht-tun des Sprechens, d.h. das Anhalten des andauernden, inneren Dialoges, auch Nicht-tun des Denkens genannt, ist das Ziel der praktischen Übungen des Nicht-tuns. Dieser Prozess der Befreiung von inneren Interpretationsmechanismen, um zur direkten Wahrnehmung der Welt zu gelangen, erinnert an die phänomenologische Reduktion von Husserl und an die innere Einstellung beim Zazen. Diese Art der Weltbetrachtung ist für jeden erlebbare Realität, ein Zustand grenzenloser Freiheit.
(Vgl. N.Claßen "Das Wissen der Tolteken" S.136ff - Fischer Verlag)

Montag, 26. Juli 2010

Meditation für den Tag: Die Suche

Nimm all deinen Mut zusammen und mache einen Sprung! Du wirst immer noch da sein, aber in einer so neuen Weise, dass du es mit dem Alten nicht mehr in Verbindung bringen kannst. Es wird keinen Zusammenhang geben. Das Alte war so eng, so klein, so beschränkt, und das Neue ist so unendlich groß. Aus einem kleinen Tautropfen bist du zum Ozean geworden. Doch selbst der Tautropfen, der vom Blatt der Lotusblüte herunter gleitet, zittert für einen Moment, versucht sich noch ein wenig länger festzuhalten, denn er kann den Ozean sehen… Wenn er das Blatt loslässt, ist er weg! Ja, in gewisser Weise, wird er nicht mehr da sein; als Tautropfen wird er weg sein. Aber das ist kein Verlust. Er wird ozeanisch groß sein! Und alle anderen Ozeane sind begrenzt. Nur der Ozean der Existenz ist grenzenlos.
 
 
Die Suche nach dem Haus Gottes
Es gibt ein wunderschönes Gedicht des Dichters Rabindranath Tagore, über das ich schon oft gesprochen habe: Er war seit Millionen von Leben auf der Suche nach Gott. Ab und zu sah er ihn in weiter Ferne, in der Nähe eines Sterns, und begann sich in seine Richtung zu bewegen, aber als er den Stern erreicht hatte, war Gott schon an einem anderen Ort. Doch er suchte immer weiter. Er war fest entschlossen, das Haus Gottes zu finden. Und die größte Überraschung kam eines Tages, als er tatsächlich vor einem Haus stand, auf dessen Tür geschrieben stand: „Gottes Haus.“

Man kann sich vorstellen, wie begeistert er ist, wie er sich freut! Er rennt die Stufen hinauf, und in dem Moment, wo er gerade anklopfen will, erstarrt seine Hand plötzlich. Es kommt ihm ein Gedanke: „Wenn dies durch Zufall tatsächlich Gottes Haus ist, dann bin ich am Ende. Meine Suche ist zu Ende. Ich bin doch so identifiziert mit Suchen und Forschen. Ich kenne nichts anderes. Wenn die Tür sich öffnet und ich vor Gott stehe, bin ich am Ende. Die Suche ist vorbei. Was dann?“

Er beginnt vor Angst zu zittern, zieht sich die Schuhe aus und schleicht die schönen Marmorstufen wieder hinunter. Seine einzige Furcht ist, dass Gott die Tür öffnen könnte, obwohl er gar nicht geklopft hat. Und dann beginnt er zu rennen, so schnell, wie er noch nie gerannt ist. Bis dahin hatte er gedacht, er sei hinter Gott her gerannt, so schnell er konnte. Doch nun rennt er, wie er noch nie gerannt ist, ohne sich umzuschauen. Das Gedicht endet so: „Ich bin immer noch auf der Suche nach Gott. Ich kenne sein Haus, so dass ich es meiden kann und ihn an allen anderen Orten suchen kann. Es ist sehr aufregend; es ist eine große Herausforderung, und in meiner Suche existiere ich weiter. Gott ist eine Gefahr – er wird mich vernichten! Doch nun habe ich nicht einmal mehr vor Gott Angst, denn ich weiß, wo er wohnt. Um sein Haus mache ich einen großen Bogen und suche weiter nach ihm im gesamten Universum. Und im tiefsten Grunde weiß ich, dass ich nicht nach Gott suche, sondern dass die Suche Nahrung für mein Ego ist.“

Normalerweise wird Rabindranath Tagore nicht mit Religion in Verbindung gebracht. Doch nur ein religiöser Mensch mit tiefer Erfahrung kann ein solches Gedicht schreiben. Das ist keine gewöhnliche Dichtung; sie enthält eine so ungeheuer tiefe Wahrheit. Genau so ist die Situation: Wahre Seligkeit lässt dich nicht mehr existieren. Du musst verschwinden. Deshalb sieht man nicht viele wirklich glückliche Menschen auf der Welt. Unglücklich zu sein ist Nahrung für das Ego. Deshalb sieht man so viele unglückliche Menschen auf der Welt. Grundsätzlich steht im Mittelpunkt das Ego.

Um die höchste Wahrheit zu erkennen, musst du den Preis dafür zahlen. Und der Preis ist nichts anderes als das Ego loszulassen. Wenn also ein solcher Augenblick kommt, dann zögere nicht. Tanze dabei – und löse dich auf; mit einem Lachen – löse dich auf; mit einem Lied auf den Lippen – löse dich auf.
 (osho)

Sonntag, 25. Juli 2010

Meditation für den Tag: Aufrichtigkeit

Erinnere dich lediglich an dies eine: Sei authentisch, sei aufrichtig zu dir selbst. Steh zu deiner Wahrheit, was auch immer die Konsequenzen sein mögen. Selbst wenn du dein Leben dafür riskieren musst, riskier es, denn Wahrheit besitzt einen viel höheren Wert als alles andere, denn Wahrheit ist wahres Leben.


Bodhidharmas Suche nach einem Schüler
 
Ich muss an Bodhidharma denken, der Zen nach China brachte…Der Kaiser war extra zur Grenze gekommen, um ihn zu empfangen – und wäre es nicht Bodhidharma gewesen, hätte ihn der Kaiser sofort geköpft, denn er empfand ihn als ungesittet. Der Kaiser hatte hunderte von Tempeln bauen, tausende von Buddha-Statuen errichten lassen. Eintausend Gelehrte waren unablässig damit beschäftigt, Buddhas Worte von Pali ins Chinesische zu übersetzen, zudem unterstützte die kaiserliche Schatzkammer 10.000 buddhistische Mönche. Er hatte viel getan, um aus China ein buddhistisches Land zu machen. Offenbar ging er davon aus, dafür geachtet zu werden, und so sagte er: „Ich habe all diese Dinge unternommen. Was glaubst du, welche Tugend mir daraus erwachsen wird?“
„Tugend? Du Idiot! – und das im Beisein des ganzen Gerichts, denn das Gericht hatte den Kaiser begleitet. Es war still. Er sagte weiter, „Du wirst auf direktem Wege zur Hölle fahren!“
Der Kaiser konnte das nicht verstehen. Er sagte: „Ich verstehe nicht, warum du so ärgerlich bist.“ Bodhidharma antwortete: „Du zerstörst ein lebendiges Wort und fütterst all diese Gelehrten durch, die nichts zur Bewusstheit des Volkes beizutragen haben. Und trotzdem hast du den Nerv zu fragen, ob du tugendhaft handelst? Du wirst im Höllenfeuer schmoren!“
Der Kaiser dachte bei sich, “wie entkomme ich der Falle dieses Mannes? Ich habe mich in eine Löwengrube begeben und weiß nicht, wie ich da wieder raus kommen soll...“ Der Kaiser kehrte nach Hause zurück und Bodhidharma blieb in den Bergen außerhalb der Grenze Chinas. Er verbachte neun Jahre in einem Tempel, und schaute nur die Wand. Dann rief er aus: „Zu Menschen zu sprechen, die nicht verstehen, ist wie gegen eine Wand zu reden. Doch gegen eine Wand zu reden hält zumindest den Trost bereit, dass es eine Wand ist. Ich werde mich nur für jemanden umdrehen, der es wert ist, das lebendige Wort zu hören.“
Neun Jahre sind eine lange Zeit – doch schließlich erschien eines Morgens ein Mann. Er sagte: „Hör zu, ich glaube, ich bin der, auf den du gewartet hast.“ Als Beweis trennte er sich mit seinem Schwert eine Hand ab, warf die Hand in den Schoß Bodhidharmas und sagte: „Dreh dich zu mir um, sonst schlage ich mir den Kopf ab und du wirst dafür verantwortlich sein.“ Bodhidharma drehte sich sofort um. Er sagte: „Das reicht. Das ist Beweis genug, dass du genau so verrückt bist, wie ich es möchte! Setz dich. Es gibt keinen Grund, dass du dir den Kopf abschlägst – wir brauchen ihn noch; du wirst mein Nachfolger sein.“
Ein Mann, der sich eine Hand abschlägt als Beweis für seine aufrichtige Suche…und für Bodhidharma gab keinen Zweifel, dass der Mann, hätte er sich nicht zu ihm umgedreht, sich auch noch den Kopf abgeschlagen hätte. Er wäre unnötigerweise für den Tod eines Menschen verantwortlich gewesen, und eines so wunderschönen Menschen, eines so mutigen. Und es gab keinen Zweifel, dass dieser Mann Bodhidharmas Nachfolger war.
Doch was genau zwischen diesen beiden Männern passierte, weiß niemand. Nicht ein einziges Wort wurde gesprochen – Bodhidharma wandte sich ihm nur zu, forderte ihn auf, sich zu setzen, schaute ihm in die Augen...es schneite und sie waren von einer ungeheuren Stille umgeben. Keine einzige Frage wurde gestellt, keine einzige Antwort gegeben. Etwas jedoch muss zwischen beiden geschehen sein, denn sonst hätte Bodhidharma ihn nicht als seinen Nachfolger gewählt.(osho)
 

Samstag, 24. Juli 2010

Teilen

Wenn du zum vierten Zentrum aufsteigst, das heißt, zum Herzen, wird dein ganzes Leben zu teilnehmender Liebe. Das dritte Zentrum hat einen Überfluß an Liebe geschaffen. Wenn du in der Meditation das dritte Zentrum erreichst, entsteht ein solcher Überfluß an Liebe und Mitgefühl, die du mit anderen teilen willst. Das geschieht im vierten Zentrum, im Herzen.

Deshalb glaubt man selbst in der normalen Welt, daß Liebe aus dem Herzen kommt. Diese Leute wissen es nur vom Hörensagen. Sie haben es nur gehört, wissen es aber nicht, denn sie haben nie ihre Herz erreicht. Aber wer meditiert, kommt schließlich in sein Herz. Wenn er die Mitte seines Wesens, das dritte Zentrum erreicht hat, erlebt er plötzlich eine so starke Explosion von Liebe und Mitgefühl, von Freude, Glück und Segen, daß sie das Herz trifft und sich das Herz öffnet. Das Herz ist genau in der Mitte deiner sieben Zentren: drei Zentren sind darunter, drei darüber. Du bist genau in der Mitte angelangt.
Osho The Search: Talks on the Ten Bulls of Zen Chapter2

Freitag, 23. Juli 2010

Projektor

Projektionen

In einem Kino schaust du auf die Leinwand, du schaust nie nach hinten – der Projektor steht hinten. Der Film ist nicht wirklich dort auf der Leinwand; er ist nur eine Projektion von Licht und Schatten. Der Film existiert nur hinten, aber dort schaust du nie hin. Dort steht auch der Projektor.Dein Kopf steht hinter allem, und dein Kopf ist der Projektor. Aber du schaust immer auf die anderen, denn die anderen sind die Leinwand.Wenn du verliebt bist, sieht der andere wunderschön aus, ohnegleichen. Wenn du haßt, scheint dieselbe Person die allerhäßlichste zu sein, und du merkst nicht einmal, daß dieselbe Person der häßlichste und der schönste Mensch der Welt sein kann.Deshalb kannst du nur dann die Wahrheit erkennen, wenn du lernst, wie man unmittelbar schaut, wie man ohne die Hilfe des Kopfes schaut. Die Aktivitäten des Kopfes sind das Problem, denn der Kopf kann nur Träume produzieren… Weil du dich so aufregst, sieht der Traum plötzlich wie Wirklichkeit aus. Wenn du dich zu sehr aufregst, bist du vergiftet, dann bist du nicht bei Sinnen. Dann ist alles, was du siehst, nur deine Projektion. Und es gibt so viele Welten wie es Köpfe gibt, da jeder Kopf in seiner eigenen Welt lebt.
Osho Hsin Hsin Ming: The Book of Nothing Chapter 7