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Namasté

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Dienstag, 3. August 2010

Erschöpfung

Ein Mensch, der nach seinem Gewissen lebt, wird hart. Ein Mensch, der nach seinem Bewußtsein lebt, bleibt sanft. Warum? Weil ein Mensch, der bestimmte Vorstellungen vom Leben hat, einfach hart werden muß. Er muß ständig seinen Charakterpanzer mitschleppen. Der Charakter ist wie eine Rüstung; sein Schutz, seine Sicherheit; sein ganzes Leben wird in diesen Charakter investiert. Und er reagiert immer durch seinen Charakter auf Situationen, nicht unmittelbar. Wenn du ihm eine Frage stellst, hat er die Antwort gleich parat. Daran erkennt man einen harten Menschen – er ist abgestumpft, dumm und mechanisch. Er mag ein guter Computer sein, aber er ist kein Mensch. Du tust etwas, und er reagiert planmäßig. Seine Reaktion ist vorhersehbar. Er ist ein Roboter.Ein echter Mensch handelt spontan. Wenn du ihm eine Frage stellst, bekommst du eine Antwort auf die Frage, keine Reaktion. Er öffnet sein Herz für deine Frage, setzt sich deiner Frage aus, antwortet darauf.
Osho Take it Easy, Volume 1 Chapter 13

Montag, 2. August 2010

Schuldgefühle

Dieser Augenblick! Dieses Hier-Jetzt… ist vergessen, sobald du beginnst, etwas erreichen zu wollen. Wenn diese Gedanken kommen, verlierst du den Kontakt mit dem Paradies, in dem du schon bist.Hier ist ein Ansatz, der dich völlig befreit, dich genau jetzt befreit! Vergiß alles, was mit Sünde zu tun hat, und alles, was mit Frömmigkeit zu tun hat; beides ist dumm. Diese beiden haben der Menschheit alle Freuden geraubt. Der Sünder hat Schuldgefühle; deshalb darf er sich nicht freuen. Wie kannst du das Leben genießen, wenn du ständig Schuldgefühle hast? Wenn du ständig in der Kirche beichten mußt, was du alles falsch gemacht hast? Falsch und falsch und wieder falsch! Dein ganzes Leben scheint aus Sünden zu bestehen. Wie kannst du deines Lebens froh werden?Es ist unmöglich, sich am Leben zu freuen. Du bist schwer beladen. Die Schuld sitzt dir auf der Brust wie ein Stein und erdrückt dich. Sie läßt dich nicht tanzen. …Wie kann man mit Schuld tanzen? Wie kann man mit Schuld singen? Wie kann man mit Schuld lieben? Wie kann man mit Schuld leben? Wer also meint, er mache etwas falsch, ist mit Schuldgefühlen beladen, ist tot vor seinem Tod, ist bereits ins Grab gestiegen.
Osho Take it Easy, Volume 1 Chapter 3


Schuldgefühle gehören zu den destruktivsten Emotionen, in denen wir uns verstricken können. Natürlich fühlen wir uns schlecht, wenn wir jemandem unrecht getan oder gegen unsere eigene Wahrheit gehandelt haben. Aber wenn wir uns deshalb Vorwürfe machen und schuldig fühlen, droht uns eine Migräne. Schließlich umgeben uns dunkle Wolken von Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühlen, so daß wir im Lebens keine Schönheit und Freude mehr sehen können.Wir alle möchten gerne bessere Menschen sein – liebevoller, bewußter, ehrlicher. Aber wenn wir uns für unsere Fehler bestrafen, landen wir in einem Teufelskreis von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, der uns den klaren Blick für uns selbst und unsere Umwelt raubt. Du bist völlig in Ordnung, wie du bist, und es ist normal, ab und zu etwas falsch zu machen. Lerne aus Fehlern, damit du sie nicht noch einmal machen brauchst. Und dann vergiß sie – das Leben geht weiter!

Sonntag, 1. August 2010

Schizophrenie

Der Mensch ist gespalten. Schizophrenie ist sein Normalzustand – zumindest heute. Vielleicht war es in der primitiven Welt nicht so, aber Jahrhunderte von Prägung, Zivilisation, Kultur und Religion haben den Menschen zur Masse gemacht – abgetrennt, gespalten, widersprüchlich… Da diese Spaltung aber gegen seine Natur ist, kann tief in seinem Inneren die Einheit überleben. Die Seele des Menschen ist eins, deshalb können ihn die Prägungen höchstens an der Peripherie zerstören. Doch die Mitte bleibt unangetastet – auf diese Weise lebt er weiter. Aber sein Leben ist zur Hölle geworden.Im Zen geht es darum, diese Schizophrenie zu überwinden, die gespaltene Persönlichkeit aufzugeben, das abgetrennte Denken des Menschen aufzugeben, ungeteilt, integriert, in seiner Mitte und kristallisiert zu leben.So wie du bist, kannst du nicht sagen, daß du bist. Du hast kein Sein. Du bist ein Marktplatz voller Stimmen. Wenn du Ja sagen willst, ist gleich auch das Nein da. Du kannst nicht einmal das einfache Wörtchen "Ja" von ganzem Herzen sagen. So ist es unmöglich, glücklich zu sein. Es ist die natürliche Folge einer gespaltenen Persönlichkeit, unglücklich zu sein.
Osho Dang Dang Doko Dang Chapter 3

Samstag, 31. Juli 2010

Empfänglichkeit

Zuhören ist eine grundlegende Geheimformel, die dir Zutritt zum Tempel Gottes verschafft. Zuhören heißt passiv sein. Zuhören heißt, sich selbst vollkommen vergessen – nur dann kannst du zuhören. Wenn du jemandem aufmerksam zuhörst, vergißt du dich selbst. Wenn du dich nicht vergessen kannst, hörst du nicht zu. Wenn du zu "selbst-bewußt" bist, täuschst du Zuhören nur vor, aber hörst nicht zu. Du magst mit dem Kopf nicken und manchmal Ja oder Nein sagen, aber du hörst nicht zu. Wenn du zuhörst, wirst du durchlässig, wirst du empfänglich wie ein Schoß. Du wirst weiblich. Und um anzukommen, muß man weiblich werden. Gott kannst du nicht als aggressiver Eindringling, als Eroberer erreichen. Gott erreichst du nur, oder besser gesagt, Gott kann dich nur erreichen, wenn du rezeptiv, wenn du weiblich und empfänglich bist. Werde Yin, sei empfänglich, und die Tür ist offen, Und warte. Zuhören ist die Kunst, passiv zu werden.
Osho A Sudden Clash of Thunder Chapter 5

Freitag, 30. Juli 2010

Durchbruch

Zusammenbrüche in Durchbrüche zu verwandeln ist die einzige Funktion des Meisters. Der Psychotherapeut kann dich nur zusammenflicken. Das ist seine Funktion. Er ist nicht dazu da, um dich zu transformieren. Ihr braucht Metapsychologie – die Psychologie der Buddhas.Einen Zusammenbruch bewußt zu erleben, ist das größte Abenteuer im Leben. Es ist auch das größte Risiko, denn es gibt keine Garantie dafür, daß aus dem Zusammenbruch ein Durchbruch wird. Es geschieht, aber dafür gibt es keine Garantie. Dein Chaos ist uralt. Du lebst seit vielen, vielen Leben im Chaos. Es ist so dicht und undurchdringlich, daß es schon fast ein Universum in sich ist. Wenn du mit deiner kleinen Kraft in dieses Chaos gehst, besteht natürlich Gefahr. Doch wer sich dieser Gefahr nicht stellt, kann niemals ein Individuum werden, kann nie unteilbar und integriert sein.Zen oder Meditation hilft dir, durch das Chaos, durch die dunkle Nacht der Seele zu gehen und dabei ausgeglichen, diszipliniert und wach zu bleiben.Die Morgendämmerung ist nicht mehr fern, doch bevor du sie erblickst, mußt du durch die dunkle Nacht hindurchgehen. Und je näher die Dämmerung kommt, desto dunkler wird die Nacht.
Osho Walking in Zen, Sitting in Zen Chapter 1

Donnerstag, 29. Juli 2010

PunktUm

Zitate von Don Juan

Der Tod schreitet hinter dir und lässt dir nicht die Zeit, dich an etwas zu klammern. Löse dich von allem.
Nicht der Gedanke an das, was dir bevorsteht, sondern die Vorstellung, dass du ein Leben lang das tun musst, was du immer getan hast, sollte dich schaudern machen.
Wenn man nichts zu verlieren hat, wird man mutig. Schwach sind wir nur, solange wir uns noch an etwas klammern können.

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Wende dich nach links und frage deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt, wenn du einen Blick auf ihn werfen kannst oder wenn du einfach das Gefühl hast, dass dein Begleiter da ist und dich beobachtet.
Denk jetzt an deinen Tod. Er steht in Armesweite. Er kann dich jeden Augenblick ereilen; du hast also wirklich keine Zeit für närrische Gedanken und Stimmungen.
Es ist ein eigenartig erfüllendes Glück, wenn wir im vollen Wissen handeln, dass alles, was wir tun, sehr wohl unserer letzte Schlacht auf Erden sein kann.


                                                                                 -


In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, da ist keine Zeit für Reue oder Zweifel. Da ist nur Zeit für Entscheidungen.


                                                                                  -


Das beste Mittel, um die Schwermut loszuwerden, besteht darin, sich darüber lustig zu machen. Der Eigendünkel ist die treibende Kraft hinter jedem Anfall von Schwermut. Der Krieger hat ein Recht auf seine tiefe Traurigkeit, aber diese Traurigkeit ist nur dazu da, ihn zum Lachen zu bringen.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Meditation für den Tag: Wunschdenken

Der Denker ist mit seinen Gedanken schöpferisch. Das ist eine grundsätzliche Wahrheit, die verstanden werden muss. Alles, was du erlebst, ist deine eigene Schöpfung. Zuerst erschaffst du etwas, dann erfährst du es und dann verstrickst du dich in der Erfahrung, weil dir nicht klar ist, dass der Ursprung von allem in dir selbst ist.
 
 
 Das Gleichnis vom Wunschbaum
 
Einst geriet ein Mann auf seinen Reisen zufällig ins Paradies. In der indischen Vorstellung gibt es im Paradies die Kalpatarus, das sind Bäume, die Wünsche erfüllen. Man sitzt darunter und wünscht sich etwas, und umgehend wird der Wunsch erfüllt – ohne Pause zwischen dem Wunsch und seiner Erfüllung. Du denkst an etwas, und sofort wird es zu einer Sache. Der Gedanke verwirklicht sich von selbst. Diese Kalpatarus stehen symbolisch für unseren Geist. Der Geist ist kreativ, kreativ mit Gedanken.

Der Mann war müde und schlief unter so einem Wunschbaum ein. Als er aufwachte, war er sehr hungrig und sagte zu sich: „Ich wünsche mir, ich könnte von irgendwo Essen herbekommen.“ Und sofort tauchte Essen aus dem Nichts auf – eine köstliche Mahlzeit schwebte durch die Luft zu ihm. Er begann sofort zu essen und als er satt war, kam ihm ein anderer Gedanke: „Wenn ich noch etwas zu trinken bekommen könnte…“ Im Paradies gibt es keine Prohibition, also tauchte sofort eine Flasche mit kostbarem Wein auf.

Während er den Wein trank und im Schatten des Baumes die kühle Brise des Paradieses genoss, begann er sich zu fragen: „Was geschieht mit mir? Träume ich oder gibt es hier Geister, die mir einen Streich spielen?“ Da erschienen Geister – sie sahen schrecklich aus, Furcht erregend und abscheulich. Er begann zu zittern und es kam ihm der Gedanke: „Ich werde bestimmt umgebracht. Diese Leute werden mich töten!“ Und er wurde umgebracht.

Dieses Gleichnis ist ein uraltes Gleichnis von sehr tiefer Bedeutung. In deinem Kopf ist der Wunschbaum. Alles, was du denkst, wird früher oder später in Erfüllung gehen. Manchmal ist der Abstand so groß, dass du völlig vergessen hast, dass du es dir irgendeinmal gewünscht hattest – manchmal dauert es Jahre, manchmal mehrere Leben, so dass du es mit dem Ursprung des Wunsches nicht mehr in Verbindung bringen kannst. Aber wenn du es genau beobachtest, wirst du feststellen, dass alle deine Gedanken dich und dein Leben erschaffen. Sie erschaffen dein Leiden; sie erschaffen deine Freude. Sie erschaffen das Negative und sie erschaffen das Positive. Jeder von uns ist ein Zauberer, der um sich herum eine magische Welt webt und spinnt. Und dann verfängt er sich darin – die Spinne ist in ihrem eigenen Netz gefangen.

Wenn man das einmal begriffen hat, beginnen sich die Dinge zu ändern. Dann kannst du damit spielen. Dann kannst du deine Hölle zum Himmel machen – es geht nur darum, sie mit einer anderen Sichtweise auszumalen. Oder wenn du es so sehr liebst, unglücklich zu sein, kannst du dir so lange du willst dein Unglück erschaffen, nach Herzenslust! Aber dann beklagst du dich nie darüber, denn du weißt, dass es deine eigene Schöpfung ist; es ist das Bild, was du selber gemalt hast. Du kannst keinen anderen dafür verantwortlich machen.

Dann liegt alle Verantwortung bei dir. Und dann taucht eine ganz neue Möglichkeit auf: Du kannst es auch sein lassen, die Welt zu erschaffen; du kannst damit aufhören. Du brauchst dir weder Himmel noch Hölle zu erschaffen; du brauchst überhaupt nichts zu erschaffen. Der Schöpfer kann sich ausruhen; er kann in den Ruhestand gehen. Dieser Ruhestand des Geistes ist Meditation.