Donnerstag, 9. September 2010
Die Folgen des Nicht-Tuns
All diese Nicht-Tu-Techniken klären in unserem Bewußtsein das Wissen um unsere zweite mysteriöse Seite, die der freien Wahrnehmung. Das Resultat davon ist die Notwendigkeit, die bislang einzig bekannte Seite von uns einer neuen Betrachtung zu unterziehen. Da wir sie nicht mehr für alles halten, was wir sind, können wir nun auch viele Selbstvorstellungen nicht mehr mit ihr identifizieren. Sie wird dafür zu einer äußerst funktionalen Seite unseres Bewußtseins die von den toltekischen Sehern als das Tonal bezeichnet wird. Das Tonal beinhaltet unsere Aufmerksamkeit für die bekannte Welt, uns eingeschlossen. Seine Natur ist dabei jedoch genauso rätselhaft wie die der unbekannte Seite. Um dies aber erkennen zu können, muß unser Denken sehr klar und transparent werden. Dies läßt sich nur durch das Nicht-Tun erreichen. Es ist schon komisch, wenn man schließlich feststellt, daß, um zu begreifen, was Denken eigentlich ist, man erst einmal damit aufhören muß, denn erst in der Stille des Denkens erfahren wir etwas über die Urgründe unseres Denkens.
Mittwoch, 8. September 2010
Das Nicht-Tun
Um das Konzept des Nicht-Tuns wie es von Castaneda beschrieben wurde zu erfassen, gibt es zwei Wege, einen theoretischen und einen praktischen. Beide sollen im folgenden kurz angerissen werden. Das theoretische Verstehen des Nicht-Tuns ist allerdings ziemlich schwierig, da es sich in einem abstrakten Raum abspielt. Außerdem, warum über Bewußtseinserweiterung reden, wenn man sie doch praktizieren kann?
Die Kontinuität unserer Alltagswelt läßt sich vor diesem Hintergrund verstehen als ein kontinuierlicher Fluß der Akte unserer Tuns. Wir sehen diese Welt (das Tun des Sehens) und interpretieren sie, wir denken über sie nach (das Tun des Denkens), wir sprechen über sie, alles in der Form der uns gewohnten Akte des Tuns. Wir halten die Welt aufrecht mit unserem Tun, denn die Welt, so wie sie in unserem Bewußtsein erscheint, erscheint dort nur kraft unseres stetigen Tuns.
Wenn das Tun eines Tuns der Aufrechterhaltung der Alltagswelt dient, so ist ein Nicht-Tun sein naürlicher Gegenspieler. Ein Nicht-Tun ist ein fremdartiges Element, mit dem wir den gewohnten Fluß der Wahrnehmung unserer Alltagswelt unterbrechen wollen. Der Fluß der Wahrnehmung verhält sich dabei nicht unähnlich den natürlichen Flüssen. Der unterbrochene Fluß staut sich zurück, er sammelt Kraft, um schließlich über die Ufer zu treten. Das Land, welches er dabei erobert, ist wirkliches Neuland. Noch nie hatte der Fluß dieses Land gesehen. Der Horizont seiner Wahrnehmung war durch die Ufer seines (selbst gegrabenen) Flußbettes beschränkt.
Das Nicht-Tun verändert unsere Wahrnehmung. Normalerweise glauben wir (natürlich ohne bewußt darüber nachzudenken), daß wenn die Wahrnehmung unserer gewohnten Welt aufhört, wir dann sterben würden. Die Übungen des Nicht-Tuns belehren uns jedoch eines besseren. Der Strom der Wahrnehmung reißt mitnichten ab, er sucht sich bloß neue Gebiete.
So, Sie müssen trotzdem verstehen?
Laut Castaneda ist alles, was wir in der Alltagswelt tun, das Tun eines sogenanntes Tuns. Man könnte eine Aufzählung beginnen mit etwa, das Tun des Essens, das Tun des Denkens, das Tun des Redens, das Tun des Schlafens, das Tun des Blickens, usf. In unserem normalen Verhaltensrepertoire verfügen wir über eine Vielzahl von Möglichkeiten des Tuns, jedoch erschöpft sich auch diese Liste irgendwann. So hat denn die deutsche Sprache lediglich eine endliche Anzahl von Verben, oder wenn dieser Ausflug in Ihre frühere Schulzeit gestattet ist, von Tu-Wörtern.Die Kontinuität unserer Alltagswelt läßt sich vor diesem Hintergrund verstehen als ein kontinuierlicher Fluß der Akte unserer Tuns. Wir sehen diese Welt (das Tun des Sehens) und interpretieren sie, wir denken über sie nach (das Tun des Denkens), wir sprechen über sie, alles in der Form der uns gewohnten Akte des Tuns. Wir halten die Welt aufrecht mit unserem Tun, denn die Welt, so wie sie in unserem Bewußtsein erscheint, erscheint dort nur kraft unseres stetigen Tuns.
Wenn das Tun eines Tuns der Aufrechterhaltung der Alltagswelt dient, so ist ein Nicht-Tun sein naürlicher Gegenspieler. Ein Nicht-Tun ist ein fremdartiges Element, mit dem wir den gewohnten Fluß der Wahrnehmung unserer Alltagswelt unterbrechen wollen. Der Fluß der Wahrnehmung verhält sich dabei nicht unähnlich den natürlichen Flüssen. Der unterbrochene Fluß staut sich zurück, er sammelt Kraft, um schließlich über die Ufer zu treten. Das Land, welches er dabei erobert, ist wirkliches Neuland. Noch nie hatte der Fluß dieses Land gesehen. Der Horizont seiner Wahrnehmung war durch die Ufer seines (selbst gegrabenen) Flußbettes beschränkt.
Das Nicht-Tun verändert unsere Wahrnehmung. Normalerweise glauben wir (natürlich ohne bewußt darüber nachzudenken), daß wenn die Wahrnehmung unserer gewohnten Welt aufhört, wir dann sterben würden. Die Übungen des Nicht-Tuns belehren uns jedoch eines besseren. Der Strom der Wahrnehmung reißt mitnichten ab, er sucht sich bloß neue Gebiete.
Die Praxis!
Es gibt unzählige Arten des Nicht-Tuns, von denen hier einige aus den Büchern Castanedas herausgegriffen sind. Mit beharrlichem Üben klärt sich der Sinn dieser Übungen zusehends. Oder haben Sie schon alles verstanden? Allerdings möchte ich noch ergänzen, daß nicht zu jedem Zeitpunkt alle Übungen gleich praktikabel sind. Sie müssen schon selbst herausfinden, welche Übungen Ihnen jeweils helfen sollen und welche nicht.Dienstag, 7. September 2010
Die Regel des Nagual - Die Befehle des Adlers
"Zu dem Zweck, die Lebewesen zu diesem Durchlaß hinzuführen, hat der Adler den Nagual geschaffen. Der Nagual ist ein Doppelwesen, dem die Regel offenbart wurde. Der Nagual - sei es in Gestalt eines Menschen, eines Tieres, einer Pflanze oder sonst eines lebenden Dinges - fühlt sich kraft seines Doppeltseins gedrängt, diesen verborgenen Durchlaß zu suchen.
Der Nagual tritt paarweise auf, als Mann und als Frau. Ein doppelter Mann und eine doppelte Frau werden erst dann zum Nagual, wenn jedem von ihnen die Regel verkündet wurde und jeder von ihnen sie in vollem Umfang akzeptiert hat."
"Der Adler schuf den ersten Nagual-Mann und die erste Nagual-Frau als Sehende und setzte sie sogleich in die Welt zum Sehen. Er gab ihnen vier weibliche Krieger, die Pirscher waren, drei männliche Krieger und einen männlichen Kurier, die sie nähren, fördern und zur Freiheit führen sollten."
"Um die Sache zu vereinfachen, zeigte der Adler dem Nagual-Mann und der Nagual-Frau, daß alle diese vier männlichen und vier weiblichen Typen bei den Männern und Frauen dieser Welt besondere Merkmale am leuchtenden Körper aufweisen."
"Der erste Befehl, den der Adler dem Nagual-Mann und der Nagual-Frau gab, war, von sich aus eine weitere Gruppe von vier Richtungen zu finden, vier Kriegerinnen, die zwar exakte Kopien der Pirscher, allerdings Träumer waren."
"Alsdann erhielten der Nagual und sein Trupp den Befehl, eine Gruppe von drei Kurieren zu finden, entweder eine Gruppe von Männern, oder eine Gruppe von Frauen, oder eine gemischte Gruppe; es wurde ihnen aufgetragen, daß die männlichen Kuriere dem vierten Männertyp, dem des Gehilfen, angehören müßten. Die Frauen mußten von der Art des Südens sein.
Um sicherzustellen, daß der erste Nagual-Mann seinen Trupp zur Freiheit führte und nicht von seinem Weg abwich oder sich verderben ließ, holte der Adler die Nagual-Frau in die andere Welt, wo sie als Leuchtfeuer diente, das den Trupp zum Durchlaß hingeleitete.
Dann erhielten der Nagual und seine Krieger den Befehl, zu vergessen. Sie wurden in Dunkelheit gestürzt und erhielten neue Aufgaben; die Aufgabe, sich zu erinnern, und die Aufgabe, sich an den Adler zu erinnern.
Der Befehl zu vergessen, war so stark, daß er alle voneinander trennte. Sie erinnerten sich nicht mehr, wer sie waren. Der Adler hatte die Absicht, daß sie, wenn sie sich wieder erinnerten, die Ganzheit ihres Selbst finden würden. Erst dann hätten sie die notwendige Stärke und Ausdauer, um ihre endgültige Reise anzustreben und zu ertragen.
Ihre letzte Aufgabe, nachdem sie die Ganzheit ihres Selbst errungen hatten, bestand darin, ein neues Paar von Doppelwesen zu finden und sie zu einem neuen Nagual-Mann und einer Nagual-Frau zu machen, indem sie ihnen die Regel offenbarten. Und genau wie der erste Nagual-Mann und die erste Nagual-Frau nur mit einem kleinstmöglichen Trupp versorgt waren, mußten sie das neue Nagual-Paar mit vier weiblichen Kriegern ausstatten, die Pirscher waren, drei männlichen Kriegern und einem männlichen Kurier.
Als der erste Nagual-Mann und sein Trupp bereit waren, durch den Durchlaß zu gehen, wartete dort schon die erste Nagual-Frau, um sie zu führen. Dann erhielten sie den Befehl, die neue Nagual-Frau in die andere Welt mitzunehmen, damit sie ihren Leuten als Leuchtfeuer diene, und den neuen Nagual-Mann in der Welt zu lassen, damit er den Kreislauf wiederhole."
Don Juan in Carlos Castaneda, Die Gabe des Adlers (Die kunst des Pirschens)
Der Nagual tritt paarweise auf, als Mann und als Frau. Ein doppelter Mann und eine doppelte Frau werden erst dann zum Nagual, wenn jedem von ihnen die Regel verkündet wurde und jeder von ihnen sie in vollem Umfang akzeptiert hat."
"Der Adler schuf den ersten Nagual-Mann und die erste Nagual-Frau als Sehende und setzte sie sogleich in die Welt zum Sehen. Er gab ihnen vier weibliche Krieger, die Pirscher waren, drei männliche Krieger und einen männlichen Kurier, die sie nähren, fördern und zur Freiheit führen sollten."
"Um die Sache zu vereinfachen, zeigte der Adler dem Nagual-Mann und der Nagual-Frau, daß alle diese vier männlichen und vier weiblichen Typen bei den Männern und Frauen dieser Welt besondere Merkmale am leuchtenden Körper aufweisen."
"Der erste Befehl, den der Adler dem Nagual-Mann und der Nagual-Frau gab, war, von sich aus eine weitere Gruppe von vier Richtungen zu finden, vier Kriegerinnen, die zwar exakte Kopien der Pirscher, allerdings Träumer waren."
"Alsdann erhielten der Nagual und sein Trupp den Befehl, eine Gruppe von drei Kurieren zu finden, entweder eine Gruppe von Männern, oder eine Gruppe von Frauen, oder eine gemischte Gruppe; es wurde ihnen aufgetragen, daß die männlichen Kuriere dem vierten Männertyp, dem des Gehilfen, angehören müßten. Die Frauen mußten von der Art des Südens sein.
Um sicherzustellen, daß der erste Nagual-Mann seinen Trupp zur Freiheit führte und nicht von seinem Weg abwich oder sich verderben ließ, holte der Adler die Nagual-Frau in die andere Welt, wo sie als Leuchtfeuer diente, das den Trupp zum Durchlaß hingeleitete.
Dann erhielten der Nagual und seine Krieger den Befehl, zu vergessen. Sie wurden in Dunkelheit gestürzt und erhielten neue Aufgaben; die Aufgabe, sich zu erinnern, und die Aufgabe, sich an den Adler zu erinnern.
Der Befehl zu vergessen, war so stark, daß er alle voneinander trennte. Sie erinnerten sich nicht mehr, wer sie waren. Der Adler hatte die Absicht, daß sie, wenn sie sich wieder erinnerten, die Ganzheit ihres Selbst finden würden. Erst dann hätten sie die notwendige Stärke und Ausdauer, um ihre endgültige Reise anzustreben und zu ertragen.
Ihre letzte Aufgabe, nachdem sie die Ganzheit ihres Selbst errungen hatten, bestand darin, ein neues Paar von Doppelwesen zu finden und sie zu einem neuen Nagual-Mann und einer Nagual-Frau zu machen, indem sie ihnen die Regel offenbarten. Und genau wie der erste Nagual-Mann und die erste Nagual-Frau nur mit einem kleinstmöglichen Trupp versorgt waren, mußten sie das neue Nagual-Paar mit vier weiblichen Kriegern ausstatten, die Pirscher waren, drei männlichen Kriegern und einem männlichen Kurier.
Als der erste Nagual-Mann und sein Trupp bereit waren, durch den Durchlaß zu gehen, wartete dort schon die erste Nagual-Frau, um sie zu führen. Dann erhielten sie den Befehl, die neue Nagual-Frau in die andere Welt mitzunehmen, damit sie ihren Leuten als Leuchtfeuer diene, und den neuen Nagual-Mann in der Welt zu lassen, damit er den Kreislauf wiederhole."
Don Juan in Carlos Castaneda, Die Gabe des Adlers (Die kunst des Pirschens)
Montag, 6. September 2010
Die Regel des Nagual - Der Adler
"Die Kraft, die das Schicksal aller lebenden Wesen regiert, heißt der Adler, nicht weil sie ein Adler wäre oder irgend etwas mit einem Adler zu tun hätte, sondern weil sie dem Sehenden, der sie sieht, als ein unermeßlich großer, jettschwarzer Adler erscheint, aufrecht stehend, wie ein Adler steht, und bis in die Unendlichkeit aufragend.
Wenn der Sehende die Schwärze erblickt, die der Adler ist, lassen vier Lichtstrahlen ihn erkennen, wie der Adler beschaffen ist. Der erste Strahl, der wie ein Blitzstrahl ist, hilft dem Sehenden, die Konturen des Körpers des Adlers zu erkennen. Da sind Flecken einer weißen Tönung, die wie Flaum und Krallen eines Adlers aussehen. Ein zweiter Blitzstrahl enthüllt die flatternde, Wind aufwirbelnde Schwärze, die wie Schwingen eines Adlers aussieht. Mit dem dritten Blitzstrahl erblickt der Sehende ein durchdringendes unmenschliches Auge. Und der vierte und letzte Strahl enthüllt, was der Adler tut.
Der Adler verschlingt die Bewußtheit aller lebenden Geschöpfe, die, einen Moment vorher noch lebendig auf Erden und nun tot, wie ein endloser Schwarm von Leuchtkäfern in den Schnabel des Adlers schweben, um ihrem Besitzer, dem Grund ihres gewesenen Lebens, zu begegnen. Der Adler sortiert diese winzigen Flämmchen, glättet sie flach, wie ein Gerber eine Haut streckt, und verzehrt sie; denn Bewußtheit ist die Speise des Adlers.
Der Adler, jene Macht, die das Schicksal aller lebenden Wesen regiert, spiegelt alle diese Lebewesen gleichzeitig und zugleich wieder. Es ist daher dem Menschen unmöglich, den Adler anzubeten, ihn um Wohltaten zu bitten, auf seine Gnade zu hoffen. Der menschliche Teil des Adlers ist zu unbedeutend, als daß er die Welt bewegen könnte.
Nur am Tun des Adlers kann der Sehende erkennen, was der Adler will. Obwohl der Adler sich durch die jeweiligen Umstände eines Lebewesens nicht rühren läßt, gewährt er doch jedem dieser Wesen eine Gabe. Sie alle, ein jedes auf seine Art und nach seinem Recht, haben - wenn sie es wollen - die Macht, die Flamme ihrer Bewußtheit zu behalten; die Kraft, sich dem Ruf, der sie zum Sterben und zum Gefressenwerden bestimmt, zu widersetzen. Jedem lebenden Wesen wird - wenn es dies will - die Kraft gewährt, einen Durchlaß zur Freiheit zu suchen und dort hindurchzugehen. Dem Sehenden, der den Durchlaß sieht, und den Geschöpfen, die durch ihn hindurchgehen, ist klar ersichtlich, daß der Adler diese Gabe gewährt hat, um die Bewußtheit weiterbestehen zu lassen."
Don Juan in Carlos Castaneda, Die Gabe des Adlers
Durch einen unglücklichen Fehler bei der Übersetzung ist dieses Buch jedoch in Deutschland nur unter dem Titel Die Kunst des Pirschens erhältlich.
Samstag, 4. September 2010
THE NECTAR OF IMMORTALITY Nisargadatta Maharaj (ein auszug!)
F: Im Falle des Jnani, jemandem, der im Absoluten etabliert ist, wie können Dinge
um ihn für seinen Unterhalt geschehen. Bei einem Kind hat die Natur Eltern
vorgesehen und so kann es sich mit deren Hilfe entwickeln – doch der Jnani hat
niemanden um sich.
M: Als die Seinsheit im Mutterleib war, ergab sich spontan die Formierung des
Körpers, nicht wahr? Ähnlich ist im Falle des Jnani dieser eins mit der Natur, er ist
die Natur selbst – somit ist es Sache der Natur, ihn zu betreuen; keine
Persönlichkeiten als solche sind erforderlich, alles um ihn herum geschieht einfach.
F: Es gibt all diese großen Yogis, die versuchen, tausende von Jahren zu leben. Sie
stehen auf dem Kopf, leben von Luft und nur von Wasser. Was ist es, das sie
interessiert, und warum leben sie so lange mit so viel Leiden?
M: Sie ziehen eine Art Befriedigung daraus, aus der Tatsache, dass sie etwas
Spirituelles tun, dass sie Buße tun. Sie wollen dies verlängern und fühlen, sie haben
eine bestimmte Pflicht, ihr Leben im spirituellen Feld zu verlängern. Wovon hängt
dieses Sein ab? Auf Grund welcher Dinge überlebst du? Dieses Leben geht nicht
weiter. Warum? Wenn etwas mit deinem Körper falsch läuft, kommt er zu einem
Ende. Du bist sicher, dass du bist, doch wovon hängt das ab? Und aus welchem
Grund verschwindet diese Sicherheit, diese Seinsheit? In dem Prozess wird Seinsheit
zu „Nicht-Sein“. Und „Nicht-Sein“ wiederum wird spontanes Sein. Wen sollen wir
nun fragen, wie dies geschieht?
Man muss sich selbst erforschen. Du hast den Glauben, dass „du bist“; wovon hängt
er ab? Niemand forscht in diese Richtung: Warum diese Seinsheit, wie bin Ich,
warum bin Ich, wovon hängt es ab? Dieser Aspekt wird nie berücksichtigt; die Leute
berücksichtigen nur die relativen Faktoren, die den Körper-Mind betreffen, und sie
schauen nie in den Bereich jenseits davon. Was meinst du mit „Tod“, einem
allgemeinen Wort, einem alltäglichen Jargon?
F: Einige Leute wollen ihr Leben verlängern; es heißt, sie besitzen Selbst-Liebe.
Heißt das, dass sie innerhalb der Grenzen von Maya (Illusion) sind, oder haben sie
sie transzendiert?
M: Wenn du die Idee vom Körper transzendiert hast, spielt es keine Rolle, ob du eine
kurze oder eine lange Zeit lebst. Du hängst in deiner Existenz von nichts ab.
Versuche für dich selbst herauszufinden, was du bist, ohne von irgendetwas oder
irgend-jemand abzuhängen.
Was immer du denken oder worüber du nachgrübeln willst, es ist etwas anderes als
das „Du“, an das du denkst. Du grübelst immer über etwas nach, das du nicht bist!
Wie dann über dich selbst nachdenken? Das kannst du nicht. Dies klar wahrnehmend,
wirst du gedanken-frei. Was immer du tust, du denkst über etwas nach, das nicht du
ist, selbst mit einem noblen Gedanken wie Ishwara (Gott), der immer noch
konzeptionell und daher von dir getrennt ist. Ist es nun möglich, an sein eigenes
Selbst zu denken, das ist die Frage?
Freitag, 3. September 2010
Worte zum Aufwachen: Sri Maharaj Nisargadatta
Ich bin wie eine Filmleinwand, klar und leer. Die Bilder bewegen sich darüber hinweg, verschwinden wieder und lassen die Leinwand so klar und sauber zurück wie vorher. Die Leinwand wird in keiner Weise von den Bildern beeinflusst, noch beeinflusst die Leinwand die Bilder.
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Um zu wissen, wer du bist, musst du zunächst untersuchen und kennen, was du nicht bist. Entdecke alles, was du nicht bist: Körper, Gefühle, Gedanken, Zeit, Raum, dies und das. Nichts, was du konkret oder abstrakt wahrnimmst, kannst du sein. Eben dieser Vorgang der Wahrnehmung zeigt, dass du nicht bist, was du wahrnimmst.
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Je genauer du verstehst, dass du auf der Ebene des Verstandes nur in negativen Begriffen beschrieben werden kannst, um so rascher wirst du zum Ende deiner Suche kommen und erkennen, dass du das unbegrenzte Sein bist.
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Bevor nicht du im Gleichgewicht bist,
kann die Welt es nicht sein.
kann die Welt es nicht sein.
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Was immer du weißt,
es ist nicht die Wahrheit.
es ist nicht die Wahrheit.
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Sie lassen hinter sich, was Ihnen nicht gehört,
und Sie werden finden, was Sie niemals verloren haben -
Ihr eigenes Sein.
und Sie werden finden, was Sie niemals verloren haben -
Ihr eigenes Sein.
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Wenn ich sage, "Ich Bin", dann meine ich keine getrennte Einheit mit einem Körper als Kern. Ich meine die Gesamtheit allen Seins, den Ozean des Bewusstseins, das gesamte Universum mit allem, was da ist und weiß.
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Wirklichkeit ist kein Zustand des Verstandes, des Bewusstseins oder der Psyche ... Alle Gegensätze vereinen sich darin, aber sie ist nicht innerhalb des Spiels der Gegensätze ... Sie ist sie selber, nachdem das Bewusstsein als solches nicht mehr vorhanden ist.
Donnerstag, 2. September 2010
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